FAQ - Häufig gestellte Fragen

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Wie erkenne ich einen Biber?

Der Biber ist das größte europäische Nagetier. Sein Körperbau wirkt "plump" und gedrungen. Das Gewicht eines erwachsenen Tieres kann 20-30 kg betragen. Einschließlich des Schwanzes bringen es Biber auf eine Gesamtlänge von bis 140 cm. Der unbehaarte und flache Schwanz ist etwa 30 cm lang. Die Fellfarbe variiert zwischen hellbraun und schwarz.
Die Augen sind klein und die Ohren kurz.
Die Vorderarme sind relativ kurz. An den Vorderhänden befinden sich 5 relativ kurze Zehen mit ziemlich langen Krallen. Die Hinterpfote ist mit 5 längeren Zehen und kürzeren stumpfen Krallen ausgestattet. Schwimmhäute gibt es nur zwischen den Zehen der Hinterläufe.

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Die roten Pfeile deuten
auf wichtige Erkennungsmerkmale

Kann ich Biber mit anderen Tieren verwechseln?
Biber sind eigentlich nur schwer mit anderen Tieren zu verwechseln, allerdings muss man schon genau hinsehen. Gerade ungeübte Beoachter laufen Gefahr, Biber, die im Wasser schwimmen, mit Fischottern, Bisams oder dem Nutrias zu verwechseln.
Das sicherste Erkennungsmerkmal ist sein flacher, mehr als Handteller großer und schuppiger Schwanz (Kelle), der allerdings nur bei Tieren, die an Land gehen, gut zu sehen ist.

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von oben nach unten: Bisam, Nutria, Biber

Wo leben Biber?
Innerhalb ihres Verbreitungsgebiets leben Biber an und in stehenden und fließenden Gewässern aller Art. Bevorzugt werden (so die Theorie) Lebensräume mit reichem Uferbewuchs oder ausgedehnte Auewälder.
In der Praxis besiedeln Biber aber auch andere, stärker vom Menschen geprägte Lebensstätten. Das können beispielsweise Kiesgruben oder Entwässerungsgräben in Ackergebieten sein. Bei der Entscheidung für oder gegen einen Lebensraum scheinen für die Biber nur zwei Fragen vorrangig wichtig zu sein: "Kann ich hier schwimmen und tauchen?" und "Gibt's hier was Freßbares?"
Welche Spuren deuten auf Biber hin?
Auf die Anwesenheit eines Biber deuten aber auch eine ganze Reihe von unverwechselbaren Spuren im Gelände hin: gefällte Bäume, Fraßplätze am Ufer, eine Biberburg oder ein Biberdamm.
Sehr typisch sind in Unterschenkelhöhe benagte Baumstämme (s. rechts), die üblicherweise deutliche Abdrücke der Nagezähne tragen. Bei genauerem Hinsehen schaut es aus, als habe jemand mit einem Stemmeisen versucht, den Baum zu fällen. Die anfallenden Holzspäne liegen in aller Regel am Stammfuß herum.


Zwei typische "Schnittbilder"
des Bibers an Bäumen (schematisch)

Wie unterscheide ich Bibermännchen und -weibchen?
Männchen und Weibchen sind in der Regel äusserlich nicht zu unterscheiden. Zur Zeit der Jungtieraufzucht kann man die Weibchen mit ein wenig Glück (bei aufgerichteter Körperhaltung) an den Zitzen auf der Bauchseite erkennen. Ausserhalb der Säugezeit ist eine rein optische Unterscheidung der Tiere nicht möglich. Zur Geschlechtsbestimmung müssen die Tiere gefangen und von Fachleuten untersucht werden (z.B. Penisknochen)
Warum errichten Biber Dämme?
Biber fühlen sich nur im Wasser "pudelwohl"! Sie benötigen eine Wassertiefe von rund 50 cm, um vernünftig schwimmen oder tauchen zu können. Sind sie der "Meinung", der Wasserstand in ihrem Revier sei dafür zu niedrig, so beginnen sie mit dem Bau eines Dammes, um den Wasserstand auf ein für sie akzeptables Maß anzuheben.
Welche Faktoren den Bau von Dämmen auslösen ist noch unklar. Man vermutet, das   rauschendes Wasser dafür verantwortlich ist. Aber: Biber, die in Mittelgebirgsbächen leben, in denen das Wasser ständig rauscht, bauen auch nur dann, wenn es zwingend erforderlich ist. Es scheint vielmehr, als würden die Biber
den aktuellen Wasserstand mit ihren persönlichem Wasserstandsbedürfnis "verrechnen". Ist das Ergebnis negativ, wird gebaut. Ist das Ergebnis positiv, wird nicht gebaut.
Bis vor einigen Jahren glaubte man, dass nur Biberfamilien Dämme bauen würden. Diese Annahme ist mittlerweile widerlegt: Auch Einzeltiere bauen, u.U. sogar intensiver als manche "faule" Familie.
Warum bauen Biber Burgen?

Sicherlich die Mehrzahl der Biber baut keine Burgen, sondern wohnt in Erdbauen in der Uferböschung. Der oder die Eingänge liegen unter der Wasseroberfläche. Steigt der Wasserstand, zum Beispiel weil ein Damm gebaut wird, dann graben sich die Biber in der Uferböschung weiter nach oben. Das "Wohnzimmer" soll schließlich trocken bleiben. Setzt sich dieser Kreislauf aus Erhöhung des Wasserstandes und Ausbau des Erdbaus fort, so durchbricht die "Wohnzimmerdecke" irgendwann den Erdboden. Dieses Loch wird mit Hölzern und Schlamm verschlossen. Damit ist die Basis für eine Knüppelburg gelegt. Dreht sich der Kreislauf noch weiter, dann verstärkt der Biber das Knüppeldach, während er von unten eine neue Wohnkammer ins Dachgeschoss nagt. Unter Umständen geht das soweit, bis eine große Knüppelburg von mehreren Metern Durchmesser und mehreren Metern Höhe entstanden ist. Und bei weiter steigendem Wasserstand steht die Biberburg irgendwann mitten in einem Biberteich.
Die Biberburg ist also praktisch nichts anderes als ein künstliches Ufer.

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Entwicklung eines Biberbaus vom Erdbau
über die Uferburg zur Burg (von oben nach unten)

Sind Biber Landschaftsgestalter?
Seine Fähigkeit zum Bau von Burgen und Dämmen sowie zum Fällen von Bäumen brachte dem Biber den Ruf des "Landschaftsgestalters" ein. Weitere ausführliche Informationen zu diesem Thema gibt es hier.

Lastest update: 19.02.2002
www.biberschutz.de